Ich habe in diesem Jahr zum dritten Mal bei diesem Wahnsinn mitgemacht, der sich National Novel Writing Month nennt und dank des Internet seit längerem auch international ist.
In einem Monat einen Roman von 50.000 Worten schreiben, das kann ja gar nicht gehen. Okay, 50.000 Wörter sind jetzt kein besonders dicker Roman. Trotzdem Wahnsinn. Und doch gibt es Jahr für Jahr jede Menge Winner, also Leute, die dieses Ziel erreichen oder sogar darüber hinausschießen. Dieses Jahr zum ersten Mal auch ich.

Im letzten Jahr habe ich ca. 35.000 Wörter geschafft, 2008 nur etwas über 20.000. Und dieses Jahr war ich sogar schon zwei Tage vor dem Ende bei 51.000 Wörtern angelangt und hatte die Geschichte zu Ende erzählt.
Lesbar ist das, was dabei rausgekommen ist, natürlich trotzdem nicht sonderlich. Die Charaktere sind eindimensional, die Sprache fantasielos, die ganze Geschichte ist hanebüchen und voller Plotlöcher, die so groß sind wie das Bermuda-Dreieck. Ich habe, wie in den letzten Jahren auch, einfach losgelegt nur mit einer groben Geschichte im Kopf, das heißt vor allem mit dem Anfang einer Geschichte. Enden kann ich generell nicht so gut, auch bei Kurzgeschichten nicht.
Aber ich habe geschrieben. An vielen Tagen mühelos zweitausend Wörter und dafür habe ich manchmal keine zwei Stunden gebraucht. Es ist geflutscht. Ich kann also, wenn ich will.
Ich habe im November kaum fern gesehen, kaum Verabredungen gehabt und mein Mann hat immer nur einen über die Tastatur gebeugten Rücken von mir gesehen (und er hat mich bekocht und geputzt, das finde ich ganz großartig!).
Ich kann nicht mal sagen, was ich großartig anders gemacht habe als die Jahre zuvor. Ich habe mir sogar manche U-Bahnfahrten ohne frenetisches Tippen gegönnt. Allerdings habe ich dieses Mal zum Schreiben das Programm Q10 benutzt (hier eine schöne Beschreibung davon). Es hat den Vorteil, dass es den ganzen Bildschirm einnimmt und ich nicht mal eben unten in der Taskleiste ins Internet, E-Mail usw. klicken konnte.
Wenn ich nur einen Teil von diesem Schreibfluss aufrecht erhalten kann, dann würde ich vielleicht endlich mehr als zwei Geschichten im Jahr schreiben und nicht zehn Anfänge und weitere Fragmente auf meiner Festplatte vor sich hin schimmeln.
Vielleicht schafft diese Geschichte es ja sogar über das Schubladen- bzw. Festplattenstadium hinaus und ich überarbeite sie.
