Schnee verzaubert die Vorstadt. Geräusche dringen nur dumpf wie von ferne ans Ohr. Alles ist gebremst, sogar die Autos. Milchiges Licht macht den ganzen Tag zur Dämmerung.
Auf Blumentöpfen, Straßenlaternen, Briefkästen, Hausdächern, Vordächern sitzt eine Schneehaube. Alles gut zugedeckt. Jetzt sind die Gärten, die sonst im Wettstreit der Besitzer den schönsten Rasen, die am besten geschnittenen Büsche, die raffiniert arrangierten Blumenbeete, den akkurat gestochenen Beetrand haben, jetzt sind sie alle gleich.
Alles rund und gefällig macht die Decke. Keine Kanten mehr. Die Lichter aus den Häusern strahlen Wärme nach außen. Ab und zu blinkt ein oranges Licht vorbei und man hört das Schaben des Schneeschiebers.
Fußstapfen. Kleine, große und die von Hunden und eine Stunde später schon wieder überzuckert. Als wären wir nicht gegangen, sondern geschwebt.

13. Februar, 2010
Wintertag
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