Ich habe einige Podcasts abonniert, um mir die Zeit in Bus und U-Bahn etwas zu verkürzen. So dachte ich, es könnte erbaulich und lehrreich sein, den Podcast der Duden-Sprachberatung zu hören. Ist es grundsätzlich auch. Es geht zum Beispiel um Themen wie die Pluralbildung bei Fremdwörtern wie Pizza oder Espresso, die Vorsilbe „un“, Adverbien, die auf -weise enden usw. Also nicht ganz uninteressant und auch ganz gut zur Auffrischung von schon mal Gehörtem.
Die einzelnen Podcasts dauern zwischen zweieinhalb und maximal vier Minuten und alle 14 Tage gibt es eine neue Folge.
Aber die Produktion klingt so hölzern, unecht und abgelesen, dass es keinen richtigen Spaß macht, zuzuhören. Meistens (ich habe noch nicht alle bisherigen Folgen gehört) sind es zwei Personen: einer fragt, die andere antwortet. Alleine wie sie sich schon begrüßen klingt unecht und einstudiert. Gerade so, als hätten sie einen Zettel vor sich liegen, auf dem die Betonungen angestrichen sind – kein bisschen natürlich. Auch die Erklärungen werden ganz offensichtlich abgelesen. Sie sollen locker klingen, aber auch das Lockere, vermeintlich Spontane steht ganz offensichtlich im Skript und wirkt furchtbar aufgesetzt. Der Wechsel von Frage und Antwort ist kein bisschen spontan, soll aber so klingen. Dadurch wirkt das Ganze sehr verkrampft und bemüht.
Mir fehlen bei diesem Podcast die Natürlichkeit und die Authentizität, die nur in einem echten Gespräch rüberkommen können. Leid tut es mir um das Thema: die Sprache. Ich glaube, daraus hätte man etwas machen können. So lese ich mir das lieber irgendwo durch, als weiter diesen Podcast zu hören.
Wer sich selbst ein Bild machen will, bitte hier entlang.