Notizen aus dem Mittelmaß

3. Juli, 2008

hot town

Gespeichert unter: nur so — mediokra @ 14:17
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summer in the city
wollt’ ich nur mal gesagt haben

10. Juni, 2008

Fernweh

Gespeichert unter: mittelmäßiges Leben — mediokra @ 20:47
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Fernweh ist eins der Gefühle meiner frühen Kindheit – wenn nicht sogar d a s Gefühl meiner Kindheit – an das ich mich am ehesten erinnern kann. Und mag.
Als ich ganz klein war, wohnte meine Oma direkt an den Hauptverkehrsadern, die im engen Rheintal unten am Fluss entlang verlaufen: Der Rhein (logisch), die Eisenbahn und eine Bundesstraße. Und dann das Haus meiner Oma. Heute würde ich dort nicht mehr wohnen wollen; das wäre mir viel zu laut. Aber damals, Mitte der 60er Jahre, war das Verkehrsaufkommen wahrscheinlich noch nicht so massiv wie heute.
Offensichtlich habe ich schon als kleines Kind unter Einschlafstörungen gelitten, denn ich erinnere mich, dass ich abends, wenn ich im Bett lag, die Autos und die Züge hörte, die am Haus vorbeifuhren. Die Reifen sangen eine ganz besondere Melodie, so als wollten sie mich locken mitzukommen. Und ich stellte mir vor, wie sie an ferne und mir zu diesem Zeitpunkt noch völlig unbekannte Orte fuhren, von denen ich mir nur eine vage Vorstellung machen konnte.
Die mir bis dahin bekannte Welt beschränkte sich auf unsere kleine Etagenwohnung, das Haus meiner Großeltern und auf den Spazierweg entlang des Rheins und andere kleine Wege, die ich als Kind jeden Tag ging. Aber irgendwie muss mir ein Anderswo klar und erstrebenswert erschienen sein. Denn diese Geräusche der vorbeifahrenden Fahrzeuge weckten in mir eine Sehnsucht, wegzufahren und mitzufahren, die mir fast weh tat. Das singende Geräusch der Autoräder, der regelmäßige Takt der Waggons über die Gleise waren für mich gleichbedeutend mit Freiheit und fernen Ländern (obwohl die Reisenden vermutlich nur ins nahe Bonn oder nach Neuwied fuhren).

Heute würde ich nie freiwillig neben eine Bundesstraße oder an Bahngleise ziehen, aber das Fernweh ist geblieben. Die Anzeigetafeln am Münchner Hauptbahnhof oder am Frankfurter Flughafen lassen mich sofort ins Schwärmen verfallen. Reisesendungen im Fernsehen oder Kataloge von Reiseveranstaltern, die Urlaubsfotos von Bekannten und Verwandten üben eine unveränderte Faszination auf mich aus und ich blättere für mein Leben gern in Reiseführern.

Mittlerweile habe ich schon viele Länder, Landschaften und Städte gesehen, aber es treibt mich – zumindest in Gedanken – immer wieder fort.
Verreisen – obwohl ich es nicht so oft tue wie es am liebsten tun würde – gehört zu den Dingen im Leben, auf die ich auf keinen Fall verzichten möchte.

6. Mai, 2008

Ein Mann - eine Mission

Gespeichert unter: mittelmäßiges Leben — mediokra @ 22:23
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Vor ein paar Tagen in der U-Bahn: Ein Mann stellt sich mitten im Gang auf und bittet mit durchdringender Stimme um Aufmerksamkeit. Das hat natürlich nur zur Folge, dass alle noch viel intensiver in ihre Zeitung, in ihr Buch, aus dem Fenster schauen und den iPod noch ein bisschen lauter stellen. Das hat ihn gar nicht irritiert. In unverständlichstem Bairisch trägt er sein Anliegen vor - irgendwas mit mehr Macht für die Polizei bei Missbrauchsfällen, wenn ich das richtig verstanden habe (bei mehr Macht für die Polizei schalte ich innerlich schon ab).
Das Thema hat mich nicht interessiert, aber den Mut, sich in eine U-Bahn zu stellen und für eine Sache, die einem am Herzen liegt, um Gehör zu bitten und sie vorzutragen, den finde ich bemerkenswert. Er hat seine Zuhörer auch zur Handlung aufgerufen: Wir sollen bitte im Bundestag anrufen - die Nummer hatte er auch parat.
Bei der nächsten Haltestelle ist er ausgestiegen und geschwind in den nächsten Waggon gesprungen, um dort seine Ansprache zu wiederholen.

Natürlich bringt das nichts, glaube ich zumindest. Vor allem weil der Typ nicht den Eindruck des Durchschnittsbürgers gemacht hat, sondern schon ein bisschen durchgeknallt gewirkt hat.
Was natürlich auch etwas über mich als Rezipientin und meine Vorurteile sagt. Vielleicht wäre ich geneigter gewesen, ihm überhaupt zuzuhören, wenn er “manierlich” angezogen gewesen wäre und halbwegs hochdeutsch gesprochen hätte. Ob ich dann den Bundestag angerufen hätte, ist immer noch fraglich. Und natürlich fände ich es lästig, wenn dieses Beispiel Schule machen würde und laufend Menschen mit einer Mission die U-Bahn als Hyde Park Corner missbrauchen würden, um ihre (kruden) Ideen an den Mann zu bringen.

Aber eine Frage ist mir angesichts dieses Zeitgenossen - mal wieder - gekommen: Wie kann der Einzelne Einfluss nehmen auf die Politik und die Entscheidungen, die in Berlin getroffen werden? Alle paar Jahre zur Wahl gehen reicht offensichtlich nicht aus, weil - einmal gewählt - unsere Politiker gerade das machen, was ihnen gefällt. Sie gehorchen eher einer Parteidisziplin als das Volk zu vertreten, das sie gewählt hat. Alltags- und Volksferne ist ein Vorwurf, den unsere Politiker sich zu Recht, wie ich finde, machen lassen müssen.

Heißt das aber in letzter Konsequenz, dass ich mich selbst in der Politik engagieren muss, wenn ich mit den Zuständen nicht einverstanden bin? Das ist eine Frage, mit der ich mich schon länger herumschlage. Und irgendwie hoffe ich immer noch, dass mir eine andere Antwort einfällt als “ja”.

22. April, 2008

Nachtrag vom Wochenende

Gespeichert unter: mittelmäßiges Leben — mediokra @ 19:47
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Bei dem trüben Wetter, das heute herrscht, ist es schon fast wieder unglaublich, wie schön das Wetter am Wochenende war:

Am Spitzingsee lag noch haufenweise zusammengeschobener Schnee, der See war zum großen Teil zugefroren und am Hang gegenüber der Sonnenterrasse, auf der wir saßen, fuhren vereinzelt noch Leute Ski.

Spitzingsee

19. April, 2008

1968

Gespeichert unter: mittelmäßiges Leben — mediokra @ 18:31
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Vorhin habe ich kurz einen Beitrag im Radio zu 1968 gehört (auf Bayern 2, 68 - Woran wir uns erinnern (wollen)) und was da, außer den Studentenunruhen in Frankreich, dem Attentat auf Rudi Dutschke, Kommune 1 und so weiter noch alles los war. Das ist als Kindergartenkind in einer Familie ohne Fernseher alles unbemerkt an mir vorbeigerauscht. Das einzige, woran ich mich noch erinnern kann, sind die Bilder von den Biafra-Kindern, die in dieser Zeit auch um die Welt gingen. Diese Kinder, deren Rippen man sah und die ganz aufgedunsene Bäuche hatten, haben mich offensichtlich sehr beeindruckt, vermutlich auch verschreckt. Die Hintergründe, den Biafra-Krieg, das habe ich natürlich alles nicht verstanden. Aber Kinder in meinem Alter, die nichts zu essen hatten, das hat mich schon erreicht.

17. April, 2008

Die neuen Schuhe …

Gespeichert unter: nur so — mediokra @ 19:22

… der digitalen Bohème zeigt ix.

Den einzig sinnvollen Verwendungszweck, den ich mir für diese Dinger vorstellen kann, ist auf einem Tauchschiff: Da ist es immer nass und klebrig, und falls mal eine Pressluftflasche umfällt, hat man nicht gleich gequetschte Zehen.

10. April, 2008

Twitterkrams

Gespeichert unter: Blogkrams — mediokra @ 22:05
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Wenn jemand bei Twitter vor 8 Monaten geschrieben hat, dass er noch einen stressigen Tag vor sich hat und dann Ferien und danach nie wieder getwittert hat, kann man dann davon ausgehen, dass dieser Mensch nie aus seinem Urlaub zurückgekommen ist? Oder einfach nur sein Twitter-Passwort verlegt hat?

2. April, 2008

Podcast-Kritik

Gespeichert unter: nur so — mediokra @ 21:02
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Ich habe einige Podcasts abonniert, um mir die Zeit in Bus und U-Bahn etwas zu verkürzen. So dachte ich, es könnte erbaulich und lehrreich sein, den Podcast der Duden-Sprachberatung zu hören. Ist es grundsätzlich auch. Es geht zum Beispiel um Themen wie die Pluralbildung bei Fremdwörtern wie Pizza oder Espresso, die Vorsilbe “un”, Adverbien, die auf -weise enden usw. Also nicht ganz uninteressant und auch ganz gut zur Auffrischung von schon mal Gehörtem.
Die einzelnen Podcasts dauern zwischen zweieinhalb und maximal vier Minuten und alle 14 Tage gibt es eine neue Folge.

Aber die Produktion klingt so hölzern, unecht und abgelesen, dass es keinen richtigen Spaß macht, zuzuhören. Meistens (ich habe noch nicht alle bisherigen Folgen gehört) sind es zwei Personen: einer fragt, die andere antwortet. Alleine wie sie sich schon begrüßen klingt unecht und einstudiert. Gerade so, als hätten sie einen Zettel vor sich liegen, auf dem die Betonungen angestrichen sind - kein bisschen natürlich. Auch die Erklärungen werden ganz offensichtlich abgelesen. Sie sollen locker klingen, aber auch das Lockere, vermeintlich Spontane steht ganz offensichtlich im Skript und wirkt furchtbar aufgesetzt. Der Wechsel von Frage und Antwort ist kein bisschen spontan, soll aber so klingen. Dadurch wirkt das Ganze sehr verkrampft und bemüht.

Mir fehlen bei diesem Podcast die Natürlichkeit und die Authentizität, die nur in einem echten Gespräch rüberkommen können. Leid tut es mir um das Thema: die Sprache. Ich glaube, daraus hätte man etwas machen können. So lese ich mir das lieber irgendwo durch, als weiter diesen Podcast zu hören.

Wer sich selbst ein Bild machen will, bitte hier entlang.

Sternengucker

Gespeichert unter: mittelmäßiges Leben — mediokra @ 12:26
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Ich habe Saturn gesehen. Nein, nicht den Elektronikmarkt mit den schrecklichen Werbesprüchen, sondern den Planeten. Durch ein Teleskop in der Volkssternwarte (heißt wirklich so) in der Nähe vom Ostbahnhof. Dort war am Samstag Tag der offenen Fernrohre Tür. Und ein Riesenandrang! Schlange stehen vor jedem Teleskop: 3x Saturn, 1x Mars (sehr weit weg), 1 Sternennebel, ich glaube der hieß M3 oder so und dann noch ein ewig weit entfernter roter Stern ohne Namen, also zumindest kein Name, den man sich merken kann.

Bisher habe ich es mit der Sternenguckerei nicht so gehabt. Ich kenne mich mit den Sternbildern, Sternen und Planeten auch überhaupt nicht aus. Na gut, den großen Wagen erkenne ich; aber ob ich in Australien das Kreuz des Südens richtig identifiziert oder einfach mit einem belang- und namenlosen Sternenhaufen verwechselt habe, weiß ich bis heute nicht.

Saturn ist wirklich sehr beeindruckend und richtig hübsch. Wahrscheinlich das einzige Ding im Universum, das mit Ringen um die Mitte richtig gut aussieht (ich versuche meine gerade loszuwerden).

27. März, 2008

ÖPNV II

Gespeichert unter: mittelmäßiges Leben — mediokra @ 22:21
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Heute den Fehler begangen, ohne MP3-Player öffentlich zu fahren. Habe ich anscheinend schon ewig nicht mehr gemacht; war mir nämlich schon ganz entfallen, was die Leute dort von sich geben, was ich gar nicht wissen will (ich habe eine niedrige Fremdschämschwelle).

Ich will nicht wissen, dass ER nur Fernsehen geschaut hat, bevor er SIE kennengelernt hat. Was er seitdem macht, ist im Geplärr eines kleinen Mädchens untergegangen - vielleicht auch besser so.
Oder das Mädel, das mit seinen Freundinnen Vorstellungsgespräch in der S-Bahn übt - klar, da gibt’s auch keinen besseren Ort für. Der Knüller: Sie bewirbt sich als Erzieherin und sagt im Nebensatz, dass sie mit Kindern eigentlich nicht so gut kann. Noch Fragen?
Und als ich aus der Bahn aussteige, läuft hinter mir einer her, der pausenlos hickst und rülpst!

Nie wieder ohne meinen kleinen Apfel!

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