Notizen aus dem Mittelmaß

26. September, 2012

Dies und das: 26.09.2012

Filed under: Nicht kategorisiert — mediokra @ 21:10

Heute morgen fantastischer Morgenhimmel. Lila rosa orange grau.
Hätte ich auch gleich wissen können, dass das schlechte Laune gibt. Weil Föhn.
***

Ich höre Eleanor Rigby in der S-Bahn und fange fast zu heulen an.
Funktioniert zuverlässig seit ca. 40 Jahren. Auch wenn ich damals noch kein Englisch konnte. Lonely people musste mir niemand übersetzen.

Überhaupt: die Musik, die ich von meinem Onkel mit seinem Tonbandgerät vermacht bekommen habe. AFN-Aufnahmen. Ganz viel Beach Boys. Goood goood goood good vibrations. Dazwischen viel englisches Gequatsche, von dem ich nicht ein Wort verstanden habe.
Und vermutlich auch Eleanor Rigby. Oder war die auf der einzigen Beatles-Platte meiner Eltern? Außer “Hair” der einzige Lichtblick in der schmalen Plattensammlung meiner Eltern.

***
Ein Zug mit lauter kleinen runden Autos fährt vorbei, Richtung München. Wo der wohl herkommt? Aus Österreich (baut da wer Autos?)? Vom Schwarzen Meer? Aus Triest? Eulen nach Athen.

***
Vor mir läuft der Mann, der den Absprung nicht geschafft hat und immer noch bei seiner Mutter wohnt. Sicher Ende 50. Hat bestimmt vorgehabt, auszuziehen. Erstmal fertig studieren, dann den Doktor. Dann nicht genug Geld. Dann Vater gestorben und wollte Mutter nicht alleine lassen. Und irgendwann war es zu spät. Jetzt geht sie kaum noch aus dem Haus. Schwerfällig auf zwei Stöcken. Er schleppt in Tüte und Rucksack die Einkäufe nach Hause.
Oder alles ganz anders.

Ah, look at all the lonely people.

31. Mai, 2011

Siebeneinhalb Jahre

Filed under: Nicht kategorisiert — mediokra @ 17:14

Nach siebeneinhalb Jahren ist Schluss. Natürlich nicht für immer. Am 1. Juni geht’s in einer neuen Firma mit hoffentlich mehr Entfaltungsmöglichkeiten weiter.


Natürlich ist mir der Spruch der älteren Kollegin aus meinem ersten festen Job wieder eingefallen, als ich dort nach zwei Jahren gefrustet kündigte, dass ich mich selbst überall hin mitnehme. Der fällt mir jedes Mal ein, wenn ich die Schnauze voll habe und mich wieder in den Bewerbungsmarathon stürze.
Ich weiß nicht, ob sie damals damit meinte, dass ich etwas konfliktscheu bin, mir alles zu sehr zu Herzen nehme und wenn mir und meiner Arbeit Lob und Anerkennung fehlen, mein Selbstwertgefühl irgendwo unter dem Teppich herumkriecht?
Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass mir der Austausch und das Feedback im Team gefehlt haben und darauf freue ich mich: mit mehr als zwei Einzelkämpfern zu arbeiten.

Die Tasse habe ich in der alten Firma gelassen.
(Und ja: für Leute wie mich wurden diese ganzen Selbstbehauptungs-Selbstvermarktungs-Karriere-Ratgeber geschrieben, aber ich lese sie trotzdem nicht.)

14. April, 2011

Mittelmaß

Filed under: Nicht kategorisiert — mediokra @ 21:32

Genau.
Ein Artikel bei Spon.

Und trotz oder weil ich nur Mittelmaß bin, habe ich nach Jahren des Suchens, Verzweifelns, Aufgebens und erneuten Suchens auch endlich einen neuen Job gefunden.

9. Dezember, 2010

NaNoWriMo 2010

Filed under: Nicht kategorisiert — mediokra @ 22:28
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Ich habe in diesem Jahr zum dritten Mal bei diesem Wahnsinn mitgemacht, der sich National Novel Writing Month nennt und dank des Internet seit längerem auch international ist.
In einem Monat einen Roman von 50.000 Worten schreiben, das kann ja gar nicht gehen. Okay, 50.000 Wörter sind jetzt kein besonders dicker Roman. Trotzdem Wahnsinn. Und doch gibt es Jahr für Jahr jede Menge Winner, also Leute, die dieses Ziel erreichen oder sogar darüber hinausschießen. Dieses Jahr zum ersten Mal auch ich.

Im letzten Jahr habe ich ca. 35.000 Wörter geschafft, 2008 nur etwas über 20.000. Und dieses Jahr war ich sogar schon zwei Tage vor dem Ende bei 51.000 Wörtern angelangt und hatte die Geschichte zu Ende erzählt.

Lesbar ist das, was dabei rausgekommen ist, natürlich trotzdem nicht sonderlich. Die Charaktere sind eindimensional, die Sprache fantasielos, die ganze Geschichte ist hanebüchen und voller Plotlöcher, die so groß sind wie das Bermuda-Dreieck. Ich habe, wie in den letzten Jahren auch, einfach losgelegt nur mit einer groben Geschichte im Kopf, das heißt vor allem mit dem Anfang einer Geschichte. Enden kann ich generell nicht so gut, auch bei Kurzgeschichten nicht.
Aber ich habe geschrieben. An vielen Tagen mühelos zweitausend Wörter und dafür habe ich manchmal keine zwei Stunden gebraucht. Es ist geflutscht. Ich kann also, wenn ich will.
Ich habe im November kaum fern gesehen, kaum Verabredungen gehabt und mein Mann hat immer nur einen über die Tastatur gebeugten Rücken von mir gesehen (und er hat mich bekocht und geputzt, das finde ich ganz großartig!).

Ich kann nicht mal sagen, was ich großartig anders gemacht habe als die Jahre zuvor. Ich habe mir sogar manche U-Bahnfahrten ohne frenetisches Tippen gegönnt. Allerdings habe ich dieses Mal zum Schreiben das Programm Q10 benutzt (hier eine schöne Beschreibung davon). Es hat den Vorteil, dass es den ganzen Bildschirm einnimmt und ich nicht mal eben unten in der Taskleiste ins Internet, E-Mail usw. klicken konnte.

Wenn ich nur einen Teil von diesem Schreibfluss aufrecht erhalten kann, dann würde ich vielleicht endlich mehr als zwei Geschichten im Jahr schreiben und nicht zehn Anfänge und weitere Fragmente auf meiner Festplatte vor sich hin schimmeln.

Vielleicht schafft diese Geschichte es ja sogar über das Schubladen- bzw. Festplattenstadium hinaus und ich überarbeite sie.

13. Februar, 2010

Wintertag

Filed under: Nicht kategorisiert — mediokra @ 20:01
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Schnee verzaubert die Vorstadt. Geräusche dringen nur dumpf wie von ferne ans Ohr. Alles ist gebremst, sogar die Autos. Milchiges Licht macht den ganzen Tag zur Dämmerung.
Auf Blumentöpfen, Straßenlaternen, Briefkästen, Hausdächern, Vordächern sitzt eine Schneehaube. Alles gut zugedeckt. Jetzt sind die Gärten, die sonst im Wettstreit der Besitzer den schönsten Rasen, die am besten geschnittenen Büsche, die raffiniert arrangierten Blumenbeete, den akkurat gestochenen Beetrand haben, jetzt sind sie alle gleich.
Alles rund und gefällig macht die Decke. Keine Kanten mehr. Die Lichter aus den Häusern strahlen Wärme nach außen. Ab und zu blinkt ein oranges Licht vorbei und man hört das Schaben des Schneeschiebers.
Fußstapfen. Kleine, große und die von Hunden und eine Stunde später schon wieder überzuckert. Als wären wir nicht gegangen, sondern geschwebt.

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